T E X T S       |       P R E S S


Wie Wanderer, die auf stürmischer Landstraße ihren Mantel nach der Seite hängen, aus der der Wind kommt, beschreiten Bettina Mundry und Arne Kalkbrenner das Feld der Kunst. Dabei zeigen sie Charakter, retten Grundsätze und schicken sich vergnügt in Umstände, die sie nicht erschaffen, aber gestalten können. Diese Künstler tragen ihre Mäntel auf beiden Schultern, können so gefasst auf alle Möglichkeiten sein. Aber kommen sie mit friedlichen Absichten?

Was weht uns da an? Süß portioniere Rettungswesten, von rotem Schokoladenpapier gesättigte Standardwaffen und flugunfähige Tauben verschonen uns nicht, über andere Verluste nachzudenken, als der Wohlstand sie vor uns ausbreitet. Was ist aus der tröstenden kleinen weißen Friedenstaube des Kinderliedes geworden, das Arne Kalkbrenner erinnert? Sollte sie nicht übers große Wasser allen Menschen, groß und kleinen, den Frieden bringen?

Der Künstler stellt 25 Figuren in den Raum und überlässt den Betrachtern die Entscheidung, ob die willkürliche Markierung Rettung bedeutet, auf Davonkommen, kündende Sicherheit verweist oder das Gegenteil bewirken wird. Nichts wird vom Künstler beschönigt, nur der Deckmantel gelüftet, unter dem Politik moralische Maßstäbe wieder ins Dunkel hüllt und verändern will. Da dräuen Verhaltensweisen, die viele gern der Vergangenheit anheimgeben.

Die Neigung, mit der Bettina Mundry und Arne Kalkbrenner in ihrer künstlerischen Arbeit Liebe und Zorn vereinen, berührt. Sie wird in der beabsichtigten Aussage genauso sichtbar wie in den gewählten Ausdrucksmitteln.

Man soll den Mantel kehren, wie das Wetter geht, sagt ein altes Sprichwort aus einer Zeit, als ein Mantel nichts als Schutz bedeutete. Mit Wärme erfüllen die „Zauberlehrlinge“ von Bettina Mundry das Herz des Betrachters, entrinnen Stationen des Lebens kühler Berwertung, wird der Ariadnefaden gestrickt, der vom Schicksal kuriert und Lebensträume befreit.

Verspielt und fröhlich geht das Künstlerpaar durch den Sturm. Garantiert waffenlos. Teilen sie den Mantel? Oder hat sich dieser verdoppelt?


Laudatio zur Exposition „Den Umständen entsprechend vergnügt II“ / Ines Baumgartl - Rangsdorf - 5.3.2017



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Plaudern über Kunst


… Kerstin Rößner, eine Besucherin aus Wandlitz, suchte das Gespräch mit Arne Kalkbrenner, dessen eindringliche Themen zu Europa sie faszinierten. Der Bildhauer zeigt seine Arbeiten erstmals im Kunstflügel. Da gibt es die völlig verfettete Friedenstaube, denn, „wir sind uns dieses Friedens nicht bewusst“, so Kalkbrenner. Eine mit Schokoladen-Weihnachtspapier beklebte Maschinenpistole MP 5, Standardwaffe der Grenzpolizei, deutet auf unser Beschütztsein. „Unser Wohlstand wird an der Grenze verteidigt“, der 40-Jährige vertritt nicht nur mit seiner Kunst, er vertrat auch in den Gesprächen seinen politischen Standpunkt. „Ich bin Europäer, bin Erdenbewohner. Und als Erdenbewohner sind wir alle gleich.“ Über eine gestaltete Fake Rettungsweste, der man ansieht, sie kann niemals Leben retten, sagten Galeriebesucher: „Da wird jemand, dem die zugeworfen wird, verarscht.“ Arne Kalkbrenner beschäftigt sich seit 13 Jahren bildhauerisch und mit großer Lust am Gestalten. „Ich muss ausdrücken, was in mir ist...dokumentieren...das Zeitliche abbilden und etwas hinterlassen!“ …


Gudrun Ott / Märkische Allgemeine Zeitung - 10.4.2017



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Wenn der Sündenfall ins Schlafzimmer leuchtet


Werbung verfehlt ihrer Wirkung im Fernsehen, wenn sie alle paar Minuten von einem unverständlichen Spielfilm unterbrochen wird, kritisierte einst Loriot. Da ist es nur logisch, wenn Werbung die Filmmerkiste verlässt und den ahnungslosen Bürger direkt anspringt. Von oben. Seit ein paar Tagen brauchen die Bewohner des Stadtzentrums abends kein Licht mehr zu machen, denn ihre Wohnungen sind grüngrell erleuchtet. „Eden“ prangt zwischen den Türmen der Marienkirche. Doch statt sich über die künstliche Beleuchtungs- und Stromsparhilfe zu freuen, ist der Uckermärker wieder jeglicher Neuerung abhold. „Wat soll dat denn sein?“ Werbung natürlich, aber eine irreführende. Denn, lieber Leser, leider steht Eden hier nicht für die Prenzlauer Filiale eines gleichnamigen Hamburger Etablissements. Leider, liebe Leserin, wird hier nicht für die Schuhmarke Eden geworben. Hier muss man Bibelfest sein und seinen Moses kennen: Als Garten Eden wird gerne Das verlorene Paradies bezeichnet. Sie wissen schon: Dumpfbacke Eva fiel auf die listige Schlange herein. Sie aß vom verbotenen Baum der Erkenntnis, zwang dann den armen Adam, ebenfalls am Griebsch zu knabbern, damit er nicht alleine zurückbleiben und weiterhin friedlich-zufrieden das Paradies genießen darf. So kam das Unglück samt Ehe, Schwiegermutter und Vorgesetzte in die Welt. Daran mahnt uns die Leuchtreklame auf St. Marien. Und kann daher gar nicht hell und groß genug sein, oder?


Gedanken zur temporären Installation "promise-Verheißung", Oliver Spitzer / Nordkurier Mai 2013



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Betrachtungen


„Arne Kalkbrenner zeigt immer wieder Menschen, Tiere, Natur. Er arbeitet figürlich aus tiefer Überzeugung. Seine gegenständliche Arbeitsweise hat nichts mit plattem Naturalismus gemein. Im Gegenständlichen gelingt es ihm, klassische Traditionslinien der Bildhauerei mit individuellen aber auch übergreifenden Weltsichten und Fragestellungen zu paaren: Was macht den Menschen aus? Was ist das Charakteristische des Einzelnen? Was macht ihn unverwechselbar und einzigartig? Was ist das Ursprüngliche des Lebens? Was sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? .....

Kalkbrenner liefert nichts Absolutes oder Dogmatisches, vielmehr Projektionsspielräume. Seine Mission und Leistung besteht vielmehr darin, ein tieferes Verständnis, eine Sensibilisierung für Das Wunder des Lebens zu vermitteln und zum Nach- und Weiterdenken anzuregen. Dem aufmerksamen Betrachter wird sein stilles, dennoch spürbares Plädoyer für die Liebe und Fantasie als treibende Kräfte unseres Lebens nicht entgehen."


Kathrein Weinhold / Galeristin



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… „Die Beobachtungen des Bildhauers Arne Kalkbrenner zielen auf Fragen ab, die das Leben den Menschen stellt. Dabei dauert die Arbeit im Kopf manchmal länger als die feststellbare Umsetzung. Sehkraft und Sehvermögen werden dann aber zu einer Aufmerksamkeit gezwungen, die signalisiert: Hier kümmert sich jemand um etwas, ist mit Vorsicht bedacht auf das betrachtende Auge. Ob nun der Anblick der bildhauerischen Arbeiten schmunzeln oder stutzen lässt – beim längeren Hinsehen öffnet sich der Raum für das Entdecken und immer wieder neue Sehen bis hin zum Finden der eigenen Geschichten. Man muss sich für das interessieren, was man sieht.“ …


Auszug aus der Laudatio zur Exposition „SEIN WOLLEN HABEN MÜSSEN“ / Ines Baumgartl - 2012



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Was die Fülle des Lebens verspricht, liegt nicht nur in der Vorstellung, es ist da. Wahrnehmbar ist das auch in dem Ausdruck, den die plastischen Arbeiten von Arne Kalkbrenner haben. Das Figürliche ist hier ein Mittel, nicht das Destruktive, Problematische darzustellen, sondern das Dasein in seiner reinen, bejahenden Form sichtbar zu machen. Nicht Befindlichkeiten werden hier als Drangsal geltend gemacht. Der Betrachter selbst ist gemeint. Ob Tierplastik oder Torso, ob aus Bronze, Gips oder Ton: Es kann die Magie des Schönen sein, die ihm die Tür zum Leben offen hält.


Carola Baum / Lyrikerin



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Mit Themen, die das Leben in allen seinen Facetten widerspiegeln, setzt sich Arne Kalkbrenner, der in der Brennerei Parmen lebt und arbeitet, auseinander. An diesem Wochenende werden erstmalig Bronzeplastiken aus der neu entstehenden und sehr gegenwärtigen Serie „Winterkinder“ zu sehen sein.


Pressemitteilung "offenen Ateliers - 2008"



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Ingrid Brun ist tief beeindruckt von der Skulpturenreihe „Winterkinder“ des Parmener Bildhauers Arne Kalkbrenner. „Er hat die Zartheit der Seelen geschundener Kinder so nachdrücklich umgesetzt, so deutlich gemacht...“, beschreibt sie.


Prenzlauer Zeitung - 2008



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